Gender-Kongress 2014 des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW

Hochschulentwicklungen, Gleichstellungspraktiken, Wissenschaftskarrieren – Potenziale & Perspektiven

Die Koordinations- und Forschungsstelle des Netzwerks Frauen- und Geschlechterforschung NRW übernahm die Organisation und Durchführung des Gender-Kongresses 2014 mit dem Titel „Hochschulentwicklungen, Gleichstellungspraktiken, Wissenschaftskarrieren – Potenziale & Perspektiven“, zu dem das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW am 07. März 2014 in das SANAA-Gebäude auf der Zeche Zollverein in Essen eingeladen hatte.

Die Daten und Analysen des Gender-Reports 2013 zeigen deutlich, dass trotz einer Steigerung der Frauenanteile auf allen Qualifikationsstufen und in allen Statusgruppen noch lange nicht von einer geschlechtergerechten Hochschullandschaft in Nordrhein-Westfalen gesprochen werden kann. Auf den höheren Ebenen des Wissenschaftsbetriebes – insbesondere auf den Professuren – sind Frauen nach wie vor stark unterrepräsentiert. Je höher die Position, je besser ausgestattet die Stellen, desto geringer ist der Anteil von Wissenschaftlerinnen. Hinzu kommt eine horizontale Segregation, d. h. es zeigen sich ebenso Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern in den einzelnen Fächergruppen, die bereits mit Beginn der Hochschulbiografie einsetzen und mit unterschiedlichen Entwicklungsmöglichkeiten und Verdienstaussichten verbunden sind. Die Hochschulen in NRW bemühen sich, fundiertes Gleichstellungswissen in Steuerungs- und Entscheidungsprozesse einzubeziehen und Gleichstellungsarbeit durch vielfältige Projekte und Maßnahmen auf zentraler und dezentraler Ebene zu unterstützen. Jedoch bedarf die Umsetzung einer geschlechtergerechten Hochschulkultur nach wie vor struktureller Anpassungen, verbindlicher Vorgaben und individueller Gendersensibilisierungen.

Ziel des Gender-Kongresses war es, sich durch Fachvorträge und in inhaltlich variierenden Zukunftsgesprächen über Hochschulentwicklungen, Gleichstellungspraktiken und Wissenschaftskarrieren zu verständigen und Strategien zur Gleichstellung von Frau und Mann sowie Chancengerechtigkeit in allen drei Bereichen zu entwickeln – entsprechend dem im Gender-Report festgestellten Bedarf.

Die Ergebnisse des Gender-Kongresses sind in einer Tagungsdokumentation veröffentlicht.