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Leonie Schulz

Wiss. Mitarbeiter_in, Fakultät für Soziologie, Universität Bielefeld

Vita

Berufliche Erfahrung

Seit 11/2022 | Wissenschaftliche Mitarbeit im Arbeitsbereich 8 – Geschlechtersoziologie. AG Prof. Dr. Tomke König. Fakultät für Soziologie, Universität Bielefeld.

03/2022–09/2022 | Lehrauftrag im BA Soziale Arbeit Seminartitel “Trans Studies und Soziale Arbeit”. Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften, FH Dortmund.

03/2021–09/2022 | WHF-Stelle im Arbeitsbereich 8 – Geschlechtersoziologie. AG Prof. Dr. Tomke König. Fakultät für Soziologie, Universität Bielefeld.

05/2021–10/2021 | Wissenschaftliche Recherche- und Schreibtätigkeiten im Projekt Recovery Acres: Entwicklung eines Konzepts zur Integration von genesenden Substanznutzer*innen in eine Community. Im Auftrag für die Non-Profit-Organisation Lady Flower Gardens Edmonton in Alberta, Kanada.

02/2020–05/2022 | WHF-Stelle zur Programmkoordination des Peermentoring-Programms Blickpunkte im Auftrag der Gleichstellungskommission an der Fakultät für Soziologie Universität Bielefeld.

Akademische Abschlüsse

09/2019–10/2022 | MA Gender Studies – Interdisziplinäre Forschung und Anwendung Universität Bielefeld. Titel der Masterarbeit 'It's not all sunshine and rainbows': An exploration of how trans people negotiate subjectification processes on r/NonBinaryTalk in the context of transnormative pressures
Note der Abschlussarbeit: 1,3. Gesamtnote: 1,1. Mit Auszeichnung für den jahrgangsbesten Abschluss im MA Gender Studies.

09/2016–09/2019 | BA Anthropologie und Soziologie (Zwei-Fach-Bachelor) Maynooth University, Irland. Titel der Bachelorarbeit "How Trans* Students in Ireland Experience their College Environments". Note der Abschlussarbeit: 1,0. Gesamtnote: 1,3.

Arbeitsschwerpunkte

Laufendes Dissertationsprojekt:

Während Geschlecht und Sexualität in den vor allem US-amerikanisch geprägten critical prison studies zunehmend Beachtung finden, liegen zur Situation von trans, inter und nichtbinären (TIN) Personen im deutschen Strafvollzug bislang nur wenige Arbeiten vor. Genau hier setzt meine Dissertation an, und zugleich bei einer Diskrepanz, die sich durch die bestehende Forschung zieht: TIN-Personen, insbesondere trans Frauen, werden vielfach als Risiko für andere gelesen, sind selbst aber in weit höherem Maße von verbaler, physischer und sexualisierter Gewalt betroffen.

Ich frage danach, wie Geschlecht unter den Bedingungen einer rigide binär strukturierten totalen Institution verkörpert und damit hervorgebracht, verhandelt und gelebt wird. Dazu gehört auch die Frage, wie sich dieses Erleben mit weiteren Herrschaftsdimensionen verschränkt, etwa mit Kriminalisierung, Rassifizierung, Sprache, Behinderung oder Suchterkrankung. Der theoretische Rahmen verbindet feministische und trans Epistemologie, der zufolge Wissen immer situiert ist und bestimmte Wissensbestände aktiv unterworfen werden, mit kritischer Phänomenologie, die Inhaftierung als leiblichen Zustand versteht, der Subjektivität mit hervorbringt, sowie mit poststrukturalistischen Perspektiven auf Macht und Subjektivierung.

Empirisch stützt sich das Projekt auf acht qualitative Interviews mit inhaftierten TIN-Personen, die ich im Sommer 2025 in Kooperation mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) geführt habe. Ich arbeite mit erlebensbezogenem, focusing-basiertem Interviewen, das dazu einlädt, leiblich bereits Gespürtes zur Sprache zu bringen, und rahme meine Methodologie als affektive und sorgende Ethnografie. Artikulation setzt, so würde ich argumentieren, jemanden voraus, der zuhört; "careful listening" wird damit zur Bedingung, unter der solches Wissen überhaupt sagbar und hörbar wird.

Das Projekt möchte ein Modell für eine verkörperte und reflexive Gefängnisforschung anbieten sowie eine empirisch fundierte Intervention in dominante Narrative über Transsein, Gefährlichkeit und Vulnerabilität.

Expertise für

Trans Studies, Prison Studies, qualitative Geschlechterforschung, embodied methodologies

Fächergruppe

Gesellschafts- und Sozialwissenschaften