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Genderspezifische Aspekte zum Thema "Baukultur und Jugend"

Leitung

Prof. Dipl. Ing. Bettina Mons
Dipl. Sozialpädagogin, Dipl. Umweltwissenschaftlerin Hildegard Schumacher-Grub (Fachhochschule Bielefeld)

Netzwerkprofessur
Architektur, Planungstheorie u. Projektsteuerung unter besonderer Berücksichtigung der Rolle der Frau i. Baubetrieb u. Handwerk

Fachhochschule Bielefeld, Abt. Minden
Fachbereich Architektur und Bauingenieurwesen

MitarbeiterIn(nen)

Dipl.-Ing. Natascha Hempel

Kurzbeschreibung

Architektur und Raumordnung sind die wahrnehmbaren Abbilder unserer gebauten Umwelt und formen die individuelle und soziale Befindlichkeit des Menschen und stellen einen bestimmenden Faktor für die Lebensqualität dar. Zur Umsetzung qualitätvoller Stadtgestaltung fehlt vielen BewohnerInnen jedoch ein ausgeprägtes Bewusstsein für eine sinnliche Raumerfahrung. Die Zukunft der Städte und Dörfer wird unter anderem dadurch geprägt werden, ob und wie die nachfolgenden Generationen es lernen, kreativ und verantwortungsbewusst mit der zu planenden und gebauten Umwelt umzugehen. Die dafür notwendige Sensibilisierung für die ästhetische und bauliche Qualität der Lebensräume soll deshalb möglichst früh, also bereits im Kinder- und Jugendalter geweckt und gestärkt werden. Eine bereits langjährige Erfahrung haben viele Europäische Länder in der Entwicklung von baukulturellen Initiativen auch in der Kinder- und Jugendarbeit. Insbesondere in Österreich, Finnland und Frankreich sind die Erfahrungen mit Schulprojekten oder der Einbindung von Architekturthemen in den regulären Unterrichtsstoff sehr positiv. Verschiedene Initiativen auf Bundes- und Länderebene sind zum Thema "Architektur und Schule" in den letzten Jahren konzipiert und ausgeführt worden. Die Verankerung dieser Projekte an den Schulen kann die Baukultur (wieder) zu einem gesellschaftlichen Bildungsziel werden lassen. Wichtig ist dabei, dass die Bewusstseinbildung nicht nur über eine reine theoretische Wissensvermittlung erfolgt, sondern vielmehr alle Sinne der Kinder und Jugendlichen angesprochen werden. Die Wirkung von Objekt, Licht, Material, Farbe und Raum lässt sich eindrucksvoller durch Wahrnehmung, Motorik, Begreifen oder eigenes handwerkliches Bauen vermitteln. Einseitige und tradierte "Sehgewohnheiten" können gerade bei Kindern und Jugendlichen nachhaltig verändert werden. In allen Projekten und Initiativen werden Genderaspekte nicht explizit beachtet. Doch gerade die (Aus-)Wirkung des sozialen Geschlechtes auf die Baukultur ist in der Kinder- und Jugendarbeit für das spätere Geschlechterverständnis im Zusammenleben und -arbeiten von großer Bedeutung. Diese Lücke soll dieses Forschungsvorhaben schließen. Gerade vor dem Hintergrund des in den letzten Jahren in anderen Wissenschafts- und Anwendungsfeldern erfolgreich umgesetzten Gender-Mainstreaming Gedankens sollte für die Kinder- und Jugendarbeit für den Bereich Architektur - Wahrnehmen und Gestalten nicht die Chance verpasst werden, diese Aspekte miteinzubeziehen. Das Gesamtvorhaben des Forschungsprojektes wird in einzelne Module aufgeteilt: - Theoretische Aufarbeitung der geschlechterspezifischer Wahrnehmungen der Stadt bei Kindern und Jugendlichen, - Zusammenstellung der Initiativen und Projekte zum Thema Architektur und Schule in Deutschland unter der Fragestellung, ob und inwieweit geschlechterdifferenziertes Verhalten in diesen Schulprojekten zu beobachten war/ist, - Internationaler Vergleich zum Einfluss von Genderaspekten bei Baukulturprojekten im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit, - Erarbeitung eines Konzeptes für einen genderbezogenen Leitfaden für Jugend und Baukultur.

Kategorie(n):
Architektur/Raum/Umwelt

Laufzeit:
01.12.2004 - 30.11.2005

Finanzierung:
Forschungsförderungsmittel im Rahmen des HWP-Programms "Fachprogramm Chancengleichheit - b) Maßnahmen der Frauen-/Genderforschung" und Forschungsmittel der FH Bielefeld, Fachbereich Architektur und Bauingenieurwesen