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Grenzräume - Zwischenräume. Migration polnischer Frauen ins Ruhrgebiet

Leitung

Prof. (i.R.) Dr. Sigrid Metz-Göckel

Assoziierte Professur
Allgemeine Hochschuldidaktik / Frauen- und Geschlechterforschung

TU Dortmund
Hochschuldidaktisches Zentrum

MitarbeiterIn(nen)

Dr. A. Senganata Münst Anna Drag (Staatsexamen) Angela Koch

Kurzbeschreibung

Mit dem binationalen Forschungsprojekt werden Migration, Geschlecht und Raum in ihrer Verknüpfung untersucht. Die Zielgruppe sind undokumentierte polnische MigrantInnen, die im Ruhrgebiet in privaten Haushalten arbeiten, ihren Herkunftshaushalt aufrechterhalten und zwischen dem Ruhrgebiet und Polen pendelnd leben. Die teils klandestine Lebensweise dieser polnischen Transmigrantinnen, ihre Netzwerke, Infrastruktur und Arbeitsbedingungen sind Gegenstand des Forschungsprojekts. Vier zentrale Felder stehen im Mittelpunkt der Analyse. 1. Haushalt und Reproduktion: Der Blick auf den Haushalt als Ort der Erwerbsarbeit, in den marktförmige Arbeitsbedingungen eingewoben werden (Ruhrgebiet/BRD), und als Ort der (individuellen) Neuverhandlung und Modifikation der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung (Polen) eröffnet Einsichten in die Dynamik der Geschlechterkonstellationen in beiden Ländern. 2. Feminisierung der Migration: Die Veränderung der Reproduktionsverhältnisse führt auf dem europäischen und nordamerikanischen Markt zur erhöhten Nachfrage nach bezahlter Arbeit im Haushalt und zu einem ökonomischen Gefälle, das Migrationsketten produziert: Frauen sind auf dem prekären Arbeitsmarkt der Haushaltsarbeit begehrter als Männer. 3. Transnationale Netzwerke: Der polnisch-deutsche Migrationsraum konstituierte sich durch eine mehr als ein Jahrhundert umfassende politische, kulturelle und soziale Praxis. Tiefe formelle und informelle Netwerkstrukturen charakterisieren diesen Raum. Polnische TransmigrantInnen nutzen (z.B. Arbeitsaquise) und formen (z.B. Arbeitsvermittlung) diese Netzwerkstrukturen. 4. Ideologische Geschlechterdiskurse: Polnische PendelmigrantInnen sind mit den ideologischen Geschlechterdiskursen in zwei Ländern konfrontiert. Sie bewältigen die Spannungen zwischen den ‚normierenden Geschlechterdiskursen' und ihrer realen sozialen Praxis durch unterschiedliche Strategien. Zur Erfassung der komplexen Lebenswelt polnischer PendelmigrantInnen werden in Deutschland und Polen jeweils 25 Pendlerinnen interviewt. Ergänzend werden Expertinnen- und Experteninterviews durchgeführt und polnischsprachige, in Deutschland zugängliche, Wochenzeitungen analysiert.

Kategorie(n):
Arbeit/Ökonomie, Migration/Globalisierung

Laufzeit:
21.01.2004 - 01.10.2007

Finanzierung:
Gefördert vom der VW-Stiftung im Programm "Zur Konstruktion des Eigenen und des Fremden"