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Kultur - Nation - Gender: (Trans-)Kulturelle Identitäten im modernen Japan

Leitung

Univ.-Prof. (i. R.) Dr. Michiko Mae

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Philosophische Fakultät

MitarbeiterIn(nen)

Dr. Ina Hein Britta Saal M.A. Julia Schmitz M.A. Phoebe Holdgrün M.A.

Kurzbeschreibung

Die Modernisierung brachte in Japan die Vorstellung der Homogenität von Nation, Gesellschaft und Kultur als Grundlage der Abgrenzungsstrategie in der Kontaktsituation mit der westlichen Kultur hervor. Die Schlüsselkonzepte "Moderne", "Nation" und Kultur wurden dabei eng mit der Kategorie "Geschlecht" verknüpft. Das Projekt soll den Konstruktionscharakter des in Japan dominanten Homogenitäts-Diskurses offen legen, indem an aufschlussreichen Beispielen herausgearbeitet wird, dass die Besonderheit der japanischen Kultur gerade in ihrer Assimilierungsfähigkeit und Hybridität liegt. Aus der Kritik an Identitätskonstrukten, die auf Abgrenzung und auf der Homogenitätsbehauptung basieren, sollen Ansätze untersucht werden, die die Entwicklung einer offenen kulturellen Identität in Japan ermöglichen. Die Interkulturalitätsforschung ist zu der Erkenntnis gelangt, dass vor dem Hintergrund von Modernisierungs- und Globalisierungsprozessen die Entwicklung eines der veränderten Realität angemesseneren Kulturbegriffs notwendig geworden ist. Das Projekt setzt es sich daher zum Ziel, verschiedene Konzepte und Manifestationsformen von ‚Inter'-‚ ‚Multi'-, und ‚Transkulturalität' zu untersuchen. Seine zentralen Themenbereiche sind: die transkulturelle Verfasstheit der Kultur Japans, d.h. Tendenzen der kulturellen Durchdringung und Vermischung, mögliche ‚Rückwirkungen' des als fremd Empfundenen auf das Eigene, die in Auseinandersetzung mit einer ‚anderen Kultur' gewonnene Bereitschaft zur Relativierung des ‚Eigenen' sowie Konzepte des Zulassens von Differenz/Heterogenität. Untersucht werden sollen die Entstehung und unterschiedliche Ausformungen dominanter Diskurse zu ‚Kultur', ‚Nation', ‚Geschlecht' und deren Überkreuzungen, ebenso wie entsprechende Gegendiskurse, die auf die Dekonstruktion der Homogenitätsbehauptung verweisen. Diese Diskurse manifestieren sich auf der Ebene theoretischer Schriften ebenso wie auf der fiktionaler Repräsentationen. Das Projekt vertritt - auch gemäß seiner kulturwissenschaftlichen Ausrichtung - einen interdisziplinären Ansatz und bezieht historische, diskursanalytische sowie literaturwissenschaftliche Perspektiven ein. 

Kategorie(n):
Kultur/Philosophie/Theologie

Laufzeit:
01.01.2006 - 31.12.2008

Finanzierung:
DFG