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In der Abseitsfalle? Frauen im Top-Management und im operativen Bereich von Nonprofit-Organisationen

Leitung

Prof. Dr. Annette Zimmer

Assoziierte Professur
Deutsche und europäische Sozialpolitik

Westfälische Wilhelms-Universität Münster

MitarbeiterIn(nen)

Prof. Dr. Andrea Walter

Kurzbeschreibung

 

Der Dritte-Sektor in Deutschland ist von zentraler gesellschaftspolitischer Bedeutung. Gemeinnützige Organisationen agieren als Dienstleister, Interessenvertreter und gesellschaftliche Integrationsinstanzen. Rechnet man das vielfältige freiwillige Engagement hinzu, so handelt es sich um einen Sektor, der in seiner Bedeutung für Deutschland gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Mit Bezug auf seine Funktionen ist der Sektor auch ein großer Arbeitgeber: 2,6 Millionen Frauen und Männer sind hier beschäftigt. Mit mehr als 75 Prozent Frauenanteil weist der Sektor in Punkto Beschäftigungsverhältnisse eine besondere Spezifik auf: Die Belegschaft von Nonprofit-Organisationen ist überwiegend weiblich, genauso wie das hier getätigte Engagement. Die starke Repräsentanz von Frauen im operativen Bereich spiegelt sich jedoch mitnichten auf der oberen Leitungs- und Führungsebene der Organisationen wider.

Bislang wird die mangelnde Repräsentanz von Frauen in Führungspositionen speziell in den Organisationen des Nonprofit-Sektors (in Stiftungen, Verbänden, Interessengruppen und Gewerkschaften) interessanterweise noch wenig in Wissenschaft und Praxis thematisiert, während die Repräsentanz von Frauen im öffentlichen Dienst und in der Privatwirtschaft bereits gut beforscht ist und spätestens mit der Verabschiedung der Frauenquote im März dieses Jahres auch medial große Beachtung findet.

Vor diesem Hintergrund zielt das Forschungsprojekt darauf ab, erstmals Arbeit und Beschäftigung im operativen Bereich und auf der Führungsebene von Nonprofit-Organisationen aus einer genderspezifischen Perspektive zu untersuchen und aus den Befunden Handlungsempfehlungen für die Politik zu formulieren. Konkret will das Projekt analysieren, wie sich die Arbeitssituation bzw. die Karriereoptionen auf operativer Ebene gestalten und wie sich in diesem Kontext die mangelnde Präsenz von Frauen in Führungspositionen in NPOs erklären lassen. Haben Frauen z. B. eine Wahlmöglichkeit, sich explizit für oder gegen einen Karriereschritt zu entscheiden? Somit sollen Karrierehemmnisse und -chancen für Frauen auf struktureller und individueller Ebene im Top-Management und im operativen Bereich von Nonprofit-Organisationen identifiziert werden. Die empirische Erhebung im Projekt stützt sich auf einen Methodenmix – basierend auf einer sekundärstatistischen Analyse (u. a. der Daten der WZB-Organisationsbefragung 2011/2012 und der Studie „Gute Arbeit“) und einer qualitativen Analyse. Letztere umfasst die Durchführung leitfadengestützter Interviews mit Frauen und Männern im Top-Management und im operativen Bereich sowie mit VertreterInnen aus dem Personalbereich der Organisationen.

Kategorie(n):
Arbeit/Ökonomie, Politik/Recht/Gesellschaft

Laufzeit:
2015 - 2017

Finanzierung:
Förderung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend