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Aktuelle Ungleichzeitigkeiten von Geschlechterkonzepten im Bildungsbereich – eine Gefahr für die Chancengleichheit?

Leitung

Prof. Dr. Barbara Rendtorff , Dr. Claudia Mahs

Netzwerkprofessur
Schulpädagogik und Geschlechterforschung (vormals Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt Geschlechterdifferenz)

Universität Paderborn

MitarbeiterIn(nen)

Anne-Dorothee Warmuth

Kurzbeschreibung

Im Oktober 2013 ist das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt „Aktuelle Ungleichzeitigkeiten von Geschlechterkonzepten im Bildungsbereich – eine Gefahr für die Chancengleichheit?“ unter der Leitung von Prof. Dr. Barbara Rendtorff an der Universität Paderborn angelaufen. Ausgangspunkt des Projektes ist die Beobachtung zweier gegenläufiger, sich widersprechender Tendenzen im Umgang mit Geschlecht insbesondere im Bildungsbereich. Während die eine Position entsprechend dem lange Jahre etablierten Konsens in erziehungswissenschaftlicher Theorie und pädagogischer Praxis weiterhin auf eine Entkräftung beziehungsweise Abmilderung traditioneller Geschlechterunterschiede zielt, ist auf anderer Ebene wiederum eine Tendenz zur stärkeren Betonung von Geschlechterunterschieden zu diagnostizieren.

Dieser vor allem von den Printmedien und dem populärwissenschaftlichen Bereich aufgegriffene und verbreitete Diskurs, oftmals mit Begriffen wie ‚Pinkifizierung‘ oder ‚Geteilte Kindheit‘ umschrieben, zielt auf eine starke Betonung der Verschiedenheit der Geschlechter mit dem vermeintlichen Ziel, der Besonderheit von Jungen und Mädchen gerecht zu werden.  Insbesondere im Bildungsbereich lässt sich daher in letzter Zeit ein Aufkommen spezieller geschlechterunterscheidender Unterrichts- und Lernmaterialen beobachten, in denen traditionelle Geschlechterstereotype angesprochen werden (Vgl. bspw. die Buchreihe der Firma PONS „Mädchen lernen anders – Jungs auch!“ oder „Nur für Jungs!“). Dabei ist absehbar, dass die Adressierung entsprechender Stereotypen für die Entwicklungsspielräume der Individuen, die auf diese Weise erheblich eingeschränkt werden, auch langfristig nicht ohne Folgen bleiben wird.

Ziel des Projektes ist daher eine differenzierte Analyse der aktuellen Ungleichzeitigkeiten von Geschlechterkonzepten im Bildungsbereich. Dabei sollen unter Einbeziehung verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen zunächst die Ursachen und Faktoren dieser Sachlage in den Blick genommen werden. Da diese allerdings nicht nur für die erziehungswissenschaftlichen Debatten um Erziehung und Geschlecht von Relevanz sind, sondern vor allem auch das pädagogische Personal betreffen, kommt der Vernetzung von Wissenschaftler/innen und Praktiker/innen ein gesonderter Stellenwert zu.

Kategorie(n):
Bildung und Wissenschaft

Laufzeit:
01.10.2013 - 30.09.2014

Finanzierung:
Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)