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Elizabeth Stoddard: "Letters to the Daily Alta California"

Leitung

Dr. Claudia Lillge

Universität Paderborn

MitarbeiterIn(nen)

Kurzbeschreibung

Mit einer im Jahr 2003 erschienenen, von Susanne Opfermann und Yvonne Roth besorgten Sammlung ausgewählter Kurzgeschichten geht nun erstmalig von der deutschen Amerikanistik der Impuls aus, das in weiten Teilen noch unverlegte literarische Gesamtwerk der Prosaschriftstellerin, Lyrikerin und Kolumnistin Elizabeth Stoddard (1823-1902) editorisch zu erschließen. Diesem Impuls folgend, setzt sich das angezeigte Projekt zum Ziel, eine sowohl vollständige als auch kommentierte Studienausgabe von Stoddards journalistischen Arbeiten, genauer gesagt: ihrer Lady Correspondent–Kolumnen zu erstellen, die die Wahl-New Yorkerin in den Jahren 1854 bis 1858 für eine der damals auflagenstärksten Tageszeitungen San Franziskos, die Daily Alta Califonia, schrieb. Bei den benannten, in einem Zwei-Wochen-Rhythmus verfassten und unter den Initialen ihres Mädchennamens, E.D.B., veröffentlichten Kolumnen handelt es sich um ein literatur-, vornehmlich aber kulturhistorisch bemerkenswertes Textkonvolut, das sich nicht nur als implizite Poetik der Autorin lesen, sondern auch die bedeutende Rolle erkennen lässt, die Stoddard als Vermittlerin von Kulturnachrichten aus New York und Europa im amerikanischen Westen zukam. Ihre Berichte, die stilistisch und formal an der Textsorte des Briefes orientiert sind, zeichnen hierbei nicht nur überaus lebendige, sondern zugleich auch höchst informative und abwechslungsreiche Zeitskizzen, die mittels einer fein geschliffenen, häufig zur Ironie und Scharfzüngigkeit tendierenden Rhetorik eine reizvolle Abrundung erfahren. Im vielfältigen Themenspektrum ihrer journalistischen Prosa, die die Bereiche Politik, Wirtschaft und Religion ebenso einschließt wie die Kommentierung damaliger Kulturereignisse aus der New Yorker Theater-, Kunst- und Opernszene, ist es vornehmlich der Bereich 'Literatur und Buchmarkt', dem Stoddard eine prioritäre Bedeutung zumaß. Demgemäß beinhalten ihre Kolumnen zahlreiche Besprechungen von Neuerscheinungen, aktuellen Klassiker-Editionen sowie eine ganze Reihe ausdrücklich profilierter Autorinnenportraits, anhand derer sich in besonderer Weise die konflikthaltige Situation der 'Frau als Schriftstellerin' sowie die diskursive Verknüpfung von 'Literatur und Geschlecht' im Amerika der Vorbürgerkriegszeit rekonstruieren lässt. Eine vollständige Textausgabe dieser einzigartigen zeitgeschichtlichen Quellen ist ein dringendes Desiderat der Forschung, das mit der Erstellung einer nicht nur für die Stoddard-Kritik, sondern auch für kulturwissenschaftliche Fragestellungen sicher gewinnbringenden Studienausgabe aufgehoben werden soll.

Kategorie(n):
Kultur/Philosophie/Theologie

Laufzeit:
2004 - 2005

Finanzierung:
Forschungsstipendium des John-F.-Kennedy Instituts Berlin