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Handlungs- und Reflexionspotentiale von Jugendlichen als Indikatoren von Schulkarrieren an Hauptschulen

Leitung

Prof. (i. R.) Dr. Felizitas Sagebiel
Dr. Heike Blümer PD Dr. W. Kuhmann Prof. Dr. C. Röhner

Assoziierte Professur
Pädagogik

Bergische Universität Wuppertal
FB G - Bildungswissenschaften

MitarbeiterIn(nen)

Dipl.-Soz.Wiss. Shirin Reinhard Dipl.-Psych. Tobias Ringeisen

Kurzbeschreibung

Die Ergebnisse der ersten Untersuchung zeigen, dass Schule für die untersuchten Hauptschülerinnen und Hauptschüler sehr wohl eine Institution ist, der sie einen hohen Wert für ihre „Zukunftsfähigkeit“ zuschreiben. In den Selbstbildern und Zukunftserwartungen der Jugendlichen zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern, die sich bei Mädchen als mangelnde Option auf eine berufliche Identität äußern.

Bezogen auf die untersuchte Schule fühlen sich die Schülerinnen und Schüler insbesondere auch vom Lehrpersonal unterstützt, und sie erleben die Schule als eine Möglichkeit, persönliche Bildungserfolge zu erzielen. Dennoch scheint es so zu sein, dass Schule für die untersuchten Schülerinnen und Schüler an erster Stelle Gelegenheit zum sozialen Kontakt und Austausch mit Gleichaltrigen bietet. Sie beurteilen das soziale Klima in der Schule überwiegend positiv und stellen sich im sozialen Kontext der Peers so dar, dass diese innerhalb und außerhalb der Schule zur Handlungs- und Reflexionsnormierung beitragen. 

Aus dem Stellenwert vor allem des sozialen Kontextes innerhalb und außerhalb von Schule lässt sich schließen, dass die Identitätsfindung weniger stark durch den schulischen Leistungskontext und sehr viel stärker von anderen Faktoren beeinflusst wird. Dazu gehören der soziale Peer-Kontext und offensichtlich auch Aspekte des praktischen Könnens im Vergleich zu solchen der eher abstrakt-logischen Aufgabenrepräsentation. Als Folgerung aus der Explorationsstudie sollen in der geplanten Hauptuntersuchung die Handlungs- und Reflexionspotentiale von Jugendlichen als Indikatoren von Schulkarrieren an Hauptschulen systematisch untersucht und interdisziplinär erschlossen werden.

Offene Forschungsfragen, die sich aus der Vorstudie ergeben und für die Entwicklung der Hauptuntersuchung forschungsmethodisch elaboriert werden müssen, sind: 

  1.  Aus welchen Quellen beziehen Hauptschüler(innen) ihr Selbstkonzept? Welchen Einfluss haben dabei Familie, Schule und Peers und in welchem Verhältnis stehen die unterschiedlichen Einflussfaktoren zueinander? Welche persönlichen Potentiale lassen sich beobachtbar machen?
  2.  Welche psychosozialen Mechanismen sind bei der Entwicklung geschlechtstypischer Selbstkonzepte wirksam und welchen Einfluss haben diese auf die Entwicklung des schulischen Leistungsprofils und wie potentieller beruflicher Optionen?
  3. Welchen Beitrag leistet das pädagogische Potential der einzelnen Schule zur Entwicklung der Lernbereitschaft und der Leistungsfähigkeit der Jugendlichen? Wie lassen sich hemmende und fördernde Faktoren schulischen Lernens und individueller Leistungsfähigkeit aus der Sicht der Jugendlichen beschreiben?
  4. Da das in der Vorstudie eingesetzte Verfahren zur Erhebung der technisch-konstruktiven Fähigkeiten (MTVT) sich als kein probates Instrument erwies, soll ein Untersuchungsinstrument entwickelt werden, das die technisch-praktische Kompetenz der Hauptschuljugendlichen auf enaktiver Ebene prüft. 

Die aktuelle erziehungswissenschaftliche Forschung zur Hauptschulproblematik fokussiert Schulversagen und Schulschwänzen und untersucht in einer Defizitperspektive die Bildungsverläufe der Jugendlichen. Dagegen will die geplante Studie die Handlungs- und Reflexionspotentiale der Hauptschüler(innen) kompetenzorientiert untersuchen und der schulpädagogischen Diskussion zugänglich machen. Ziel ist es den Forschungsstand aufzuarbeiten, Forschungshypothesen aus den Daten zu generieren und das Forschungsdesign einschließlich der Instrumente zu entwickeln.

Kategorie(n):
Bildung und Wissenschaft, Geschlechtertheorien, Politik/Recht/Gesellschaft, Psychologie/Pädagogik

Laufzeit:
01.11.2006 - 31.12.2006

Finanzierung:
Fachbereich G – Bildungswissenschaften