Skip to main content

Organisationskultur im ingenieurwissenschaftlichen Studium. Maschinenbau und Bauingenieurwesen im Vergleich

Leitung

Prof. (i. R.) Dr. Felizitas Sagebiel

Assoziierte Professur
Pädagogik

Bergische Universität Wuppertal
FB G

MitarbeiterIn(nen)

Jennifer Dahmen-Adkins
Evgenia Buksman Shirin Reinhard Monika Schmidtke

Kurzbeschreibung

Ziel des Projektes war es, durch Einzelauswertungen von Erhebungen in Hochschulen NRWs Daten, die in europäischem Zusammenhang gesammelt wurden, für das Land NRW und die entsprechenden Hochschulen nutzbar zu machen. Die Hochschulen in Aachen und Wuppertal waren Erhebungsorte in NRW, in denen neben den schriftlichen Befragungen verschiedene qualitative Verfahren zur Anwendung kamen. Die Einzelauswertungen können mit der Bestandsaufnahme über Frauen im Maschinenbau in der Technischen Universität Aachen und im Bauingenieurwesen in der Bergischen Universität Wuppertal zu Fördermaßnahmen im Rahmen von Gender Mainstreaming und zur Geschlechter-Hochschulpolitik im Bereich „Frauen in Naturwissenschaft und Technik“ beitragen.

Die aktuell Studierenden klagen durchgängig über mangelnde Informationen bezüglich der Berufsmöglichkeiten von IngenieurInnen. Kooperationen mit der Industrie, z.B. über Betriebspraktika und/oder Mentoring durch Ingenieurinnen könnten Abhilfe schaffen. Die Webseitenanalysen der ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge belegen eine geringe Geschlechtssensibilität. Selbst dort, wo spezielle Angebote für Studentinnen existieren wie in Aachen, fehlen entsprechende Links auf den Seiten. Den Übergang von der Schule zum Studium sehen die befragten Studierenden als abrupt, insbesondere fühlen sie sich nicht vorbereitet auf das selbständige und effiziente Lernen. Das sehr technische und theoretische Grundstudium ist unbeliebt, frühe praktische Übungen um das theoretisch Erlernte umzusetzen, könnten hier helfen. Zum Studienabbruch kommt es nach Einschätzung der Studierenden aufgrund schlechter Prüfungsergebnisse und hoher Leistungsanforderungen aber auch weil das Studium und das Studienfach nicht den Erwartungen entsprachen. Die meisten Studentinnen der Ingenieurwissenschaften finden ihre Minderheitensituation nicht so problematisch und haben allgemein ein gutes Verhältnis zu ihren männlichen Kommilitonen.

Als „männlich geprägt“ gilt nach wie vor das Image der Ingenieurwissenschaften, verbunden mit den Beschreibungen eines maschinenorientierten und kommunikationsarmen Ingenieurs.

Die Veränderung von ingenieurwissenschaftlichen Curricula durch Einbeziehung nichttechnischer Studieninhalte unter dem Stichwort Interdisziplinarität könnte auch langfristig das männliche Image von Ingenieurwissenschaften verändern helfen. Dass sich Weiblichkeit und Technik im Wege stehen müssen, zeigen die Antworten der Studentinnen.

Hier könnten Mentoringprogramme mit Studentinnen in Kooperation mit Schulen helfen das Image zu verändern, aber auch die Studienberatung könnte bewusst gegen traditionelle Geschlechterstereotype arbeiten, neben speziellen Werbemaßnahmen für Frauen durch ingenieurwissenschaftliche Studiengänge.

Kategorie(n):
Arbeit/Ökonomie, Bildung und Wissenschaft, Geschlechtertheorien

Laufzeit:
01.11.2005 - 31.12.2005

Finanzierung:
Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie NRW (HWP-Programm)