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Wirtschaftseliten zwischen Konkurrenzdruck und gesellschaftlicher Verantwortung

Leitung


Leiter: Prof. Dr. Dieter Rucht (WZB) PD Dr. Peter Imbusch (Universität Bielefeld)

Universität Bielefeld

MitarbeiterIn(nen)

Dr. Annette von Alemann
Dipl.-Soz. Christian Galonska (WZB)

Kurzbeschreibung

Das Forschungsprojekt untersucht die Rolle und das Selbstverständnis von Topmanagern, führenden Unternehmern und Vertretern zentraler Wirtschaftsverbände in der gegenwärtigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Situation. Wirtschaftseliten beeinflussen und fällen Entscheidungen von gesamtgesellschaftlicher und persönlicher Tragweite, z.B. durch Stand-ortentscheidungen, die Einstellung oder Entlassung von Arbeitnehmern, die Unterstützung politischer Kandidaten und Parteispenden. Sie besitzen eine herausragende Stellung in öffentlichen Debatten. Im lokalen Umfeld sind sie durch ihr Steueraufkommen und die Bereitstellung von Arbeitsplätzen sowie durch die Förderung sozialer Projekte und kultureller Aktivitäten wichtige Partner für Städte und Gemeinden. In der soziologischen Eliteforschung Informationen darüber, wie Wirtschaftseliten ihre eigene gesellschaftliche Rolle reflektieren und wahrnehmen. Das Projekt untersucht, wie Füh-rungskräfte der deutschen Wirtschaft die aktuellen politischen und sozioökonomischen Entwicklungen einschätzen. Welches Leitbild von Gesellschaft und gesellschaftlicher Integration vertreten sie? Welche Ordnungsvorstellungen haben sie? Wie sehen sie ihre eigene Verantwortung und Rolle im Spannungsfeld von Staat, Markt und Gesellschaft? Hat sich ihr Selbst-verständnis und ihre Problemwahrnehmung verändert? Was tun sie, um gesellschaftliche Integration zu fördern und Desintegrationstendenzen entgegen zu wirken? Zur Untersuchung dieser Fragen wurde eine Kombination aus quantitativen Inhaltsanalysen, teilstrukturierten Interviews und Fallstudien gewählt. Die Inhaltsanalysen von Tagespresse und von Publikationen der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände sollen einen Blick auf die an die Öffentlichkeit adressierten und entsprechend kalkulierten Äußerungen von Wirt-schaftseliten einerseits sowie ihrem tatsächlichen Handeln andererseits im Zeitverlauf eröffnen. Anhand des Studiums ausgewählter Fälle mehr oder weniger verantwortlichen Handelns sollen die Bedingungen für die Übernahme sozialer Verantwortung in ihrer Prozesshaftigkeit und unter Einbezug der Perspektiven unterschiedlichster Akteure beleuchtet werden. Mittels der Leitfadeninterviews mit führenden Repräsentanten der Wirtschaft in ausgewählten Regionen soll nach Gründen für die sich aus den anderen Methoden ergebenden Einstellungen und Verhaltensweisen gefragt und versucht werden, die Erklärungsmuster jenseits des Lichts der Öffentlichkeit zu erfassen.

Kategorie(n):
Arbeit/Ökonomie

Laufzeit:
01.07.2002 - 30.08.2005

Finanzierung:
Bundesministerium für Bildung und Forschung