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Prozesse des doing gender in der Mathematik

Leitung

Dr. Anina Mischau

Universität Bielefeld

MitarbeiterIn(nen)

Jasmin Lehmann Judith Daniels Kerstin Petersen

Kurzbeschreibung

Der Studentinnenanteil in der Mathematik steigt an deutschen Hochschulen seit Jahren kontinuierlich an. Auch wenn noch immer eine ungleiche Verteilung der Geschlechter auf die einzelnen Studiengänge der Mathematik zu beobachten ist, so kann dennoch angenommen werden, dass die Entwicklung der Studentinnenanteile auf eine „Auflösung“ asymmetrischer Geschlechterverhältnisse und Geschlechterstereotypen in der Mathematik hindeutet. Inwieweit diese Annahme stimmt, ist eine zentrale Ausgangsfrage dieses Projektes, das seine theoretische Verortung in dem organisationssoziologischen Ansatz von Joan Acker und seine empirische Datenbasis in einer (quantitativen und qualitativen) Erhebung unter Mathematikstudierenden aus acht (bzw. sechs) Universitäten in Deutschland findet. Dem Ansatz Acker folgend wird angenommen: Nicht nur die Universität als Organisation, sondern auch wissenschaftliche Disziplinen sind geschlechtsstrukturiert, d.h. strukturelle, symbolische, interaktionale und mentale Prozesse des „doing gender“ tragen dazu bei, dass Hochschuldisziplinen und in diesem Fall die Mathematik, keine neutralen sozialen Gebilde sind, sondern Geschlechterasymmetrien (re)produzieren. Was geschieht nun, so die zentrale Forschungsfrage, wenn sich ein Aspekt des von Acker beschriebenen „circulus vitiosus“ ändert? Hat dies Auswirkungen auf die restlichen Aspekte? Im Falle der Mathematik lassen sich Änderungen auf der strukturellen Ebene beobachten; durch den steigenden Studentinnenanteil verringert sich das Ausmaß der Segmentation. Ändern sich dadurch auch die Prozesse der Geschlechterstrukturierung auf der symbolischen, der interaktionalen und der mentalen Ebene? Und: Welche Rolle spielen unterschiedliche Fachkulturen in der Mathematik für Prozesse des gendering und de-gendering (in) dieser Disziplin?

Kategorie(n):
Bildung und Wissenschaft

Laufzeit:
01.10.2002 - 31.12.2005

Finanzierung:
Eigenmittel des IFF; Teilfinanzierung HWP-Mittel NRW