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Kastraten in der Musikgeschichte und ihre Rezeption im 20. Jahrhundert

Leitung

Priv.-Doz. Dr. phil. habil. Corinna Herr

Assoziierte Professur
Historische Musikwissenschaft/Gender Studies


MitarbeiterIn(nen)

Kurzbeschreibung

Das Phänomen Kastrat wird erstmals umfassend sowohl aus musikologischer als auch aus Sicht der Genderforschung behandelt. Es werden zeitgenössische Diskurse - u. a. die der Gesangsideale - sowie Rollen in ausgewählten Werken zu Beginn und Ende der Kastratenzeit untersucht. Der übergeordnete Blickwinkel für das Thema ist die Androgynie-Konzeption. Sie wird in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch eine neue Öffnung der dichotomen Geschlechterbilder – die sich auch in einem neuen Interesse an Kastraten spiegelt – wieder aktuell. Gleichzeitig erscheint eine erstaunliche Anzahl von sich androgyn stilisierenden VertreterInnen der Popularmusik, deren Selbst-Inszenierungen ebenfalls analysiert werden. Durch die Untersuchung dieser beiden Phänomene und deren historischer und systematischer Analyse verbindet die Studie die in der Musikwissenschaft bisher noch weithin getrennten Bereiche der sog. E- und U-Musik. Mit der hier geplanten Studie soll durch den Einbezug neuer Diskussionszusammenhänge und durch ausführliche Rollenanalysen ein neuer, wesentlicher Erkenntniszuwachs über eine für die Musikgeschichte grundlegende Thematik gewonnen werden. Diese Thematik ist durch die gegenwärtige Diskussion der Geschlechterdichotomie auch von übergeordnetem kulturwissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Interesse.

Kategorie(n):
Kultur/Philosophie/Theologie

Laufzeit:
08.10.2003 - 01.01.2006

Finanzierung:
eigene Stelle/DFG