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Über die unbewußte und bewußte Vergeschlechtlichung von Produkten Eine (meta)morphologische Studie

Leitung

Prof. Dr. (i. R.) Uta Brandes

Netzwerkprofessur
Geschlechterverhältnisse im Design und qualitative Designforschung

Technische Hochschule Köln
Fakultät für Kulturwissenschaften

MitarbeiterIn(nen)

Sandra Buchmüller Eva-Lotta Lamm

Kurzbeschreibung

Wenn wir davon ausgehen, daß die Herstellung von gegenständlicher Evidenz Teil des Designprozesses ist, läßt sich in diesem Zusammenhang auch die Frage stellen, inwieweit Design daran beteiligt ist, tradierte Geschlechterverhältnisse aufrechtzuerhalten und das zweigeschlechtliche Paradigma zu manifestieren, oder diese einzuebnen beziehungsweise zu marginalisieren. In der Gestaltungspraxis von Design scheint die Geschlechterkategorie bisher erstaunlich wenig Berücksichtigung gefunden zu haben. Ausnahmen bilden hier lediglich Produkte, die explizit eine weibliche und eine männliche Zielgruppe ansprechen. Objekte hingegen, die sich nicht intentional an eine nach Geschlecht differenzierte Nutzergruppe richten, scheinen jedoch gar nicht daraufhin betrachtet zu werden, inwieweit sie eher weiblich oder männlich konnotiert sind, einem Anspruch auf "Neutralität" gerecht werden oder die traditionellen Geschlechtermodelle transzendieren. In der vorliegenden Studie geht zunächst darum, die Vielfältigkeit und Häufigkeit der unbewußten Vergeschlechtlichung von Produkten aufzuzeigen. Der Einbezug des jeweiligen Gebrauchs und die Berücksichtigung des sozio-kulturellen Kontextes des Gegenstands eröffnen darüber hinaus Ansatzpunkte für Vermutungen über geschlechterspezifische Gestaltungspräferenzen des jeweiligen Objekts und geschlechtlichen Gebrauchs- und Kaufpräferenzen. Übergeordnet stellt sich jedoch die Frage, welches Verständnis von "weiblich" und "männlich" sich in den Objekten verdinglicht und wie diese Vorstellungen in Beziehung zu den gesellschaftlichen Bildern von Geschlechtlichkeit stehen. In dieser Hinsicht sind die Gegenstände Kristallisationspunkte sozio-kultureller Geschlechterverhälnisse, die eine Prognose für die Entwicklungstendenz derartiger Vorstellungen erlauben.

Kategorie(n):
Kultur/Philosophie/Theologie

Laufzeit:
01.01.2001 - 31.12.2001

Finanzierung:
Ministerium für Wissenschaft und Forschung NRW