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Nachgefragt – Interview mit Projektleiterin Prof. Dr. Felizitas Sagebiel (09/2011)

Netzwerk FGF: In Ihrer Projektbeschreibung schreiben Sie 'An der Spitze wird die Luft dünn'. Was bedeutet das für Sie?

Prof. Dr. Felizitas Sagebiel: Frauen sind an der Spitze der von uns untersuchten Organisationen in Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft und Politik nur noch selten vorzufinden und gehören häufig nicht zu den dort herrschenden Männer-Netzwerken. Also können sie auch nur in einem geringeren Maße auf sie zurückgreifen, wenn sie Unterstützung brauchen. Deshalb ist es besonders wichtig für sie, sensibel für Netzwerke(n) zu sein, souverän mit ihnen umzugehen und sich eigene aufzubauen.

Netzwerk FGF: Gibt es einen geschlechtsspezifischen Führungsstil?

Prof. Dr. Felizitas Sagebiel: Von einem geschlechtsspezifischen Führungsstil zu sprechen ist ein zweischneidiges Unterfangen, selbst wenn Unterschiede im Führungsstil gefunden werden, weil man/frau sich dann leicht dem Vorwurf des Essentialismus aussetzt. Wir haben bei den befragten Frauen an der Spitze Führungsstile gefunden, die teilweise von den befragten Männern an der Spitze so nicht berichtet wurden. So setzen viele Führungsfrauen Beziehungsarbeit wie sie von Joyce Fletcher beschrieben wurde, ein, um die Zustimmung ihrer MitarbeiterInnen zu bekommen.

Netzwerk FGF: Welche Ziele haben Frauen in Führungspositionen in Umwelt- und Technikbereichen?

Prof. Dr. Felizitas Sagebiel: Frauen in Führungspositionen verfolgen in erster Linie Erfolgsziele, die sie selbst definieren, wobei sie aber auch Vorgaben aufgreifen. Besonders in der Wissenschaft empfinden sie die Möglichkeit eigene Ideen umzusetzen als Freiheit. Bei allen Vorgaben in der Wirtschaft nutzen auch hier Führungsfrauen die Möglichkeit, Technik in Verbindung mit Menschen und der Gesellschaft zu definieren und bringen diese Vorstellungen z.B. in die Arbeitssicherheit ein.

Spitzenfrauen – Veränderungspotenziale von Führungsfrauen in Umwelt und Technik

Die Karrieren von Frauen in Führungspositionen sind in den letzten Jahren in den Blickpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt. „Frauen an der Spitze“ und das, was sie bewirken können, wenn sie dort angekommen sind, stehen im Fokus dieses Verbundprojektes zwischen der Bergischen Universität Wuppertal und dem Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie GmbH, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Europäischen Sozialfonds von April 2009 bis März 2012 gefördert wird. Das Kooperationsprojekt gliedert sich in zwei Teilprojekte. Der Schwerpunkt der Bergischen Universität Wuppertal bezieht sich auf Spitzenfrauen und -männern in technischen Berufen. Zum einen geht es um den Einfluss der Führungsfrauen auf die Organisationskultur. Mit Macht und Veränderungspotenzialen im Bereich Nachhaltigkeit und nachhaltiger Entwicklung beschäftigt sich das zweite Teilprojekt des Wuppertaler Instituts für Klima, Umwelt, Energie. Untersucht wird dabei der Bereich Frauen und Macht – Frauen an der Spitze von Umweltberufen. Im Rahmen einer Konferenz am Ende der Projektlaufzeit im Januar 2012 werden die Projektergebnisse einem breiten Fachpublikum vorgestellt (siehe Call for papers und Journal Nr. 28, S. 29). 

 

Flyer | CfP | Journal Nr. 28 | Flyer Abschlusskonferenz

Projektinformationen

Titel: Veränderungspotenziale von Führungsfrauen in Umwelt und Technik
Projektleitung: Prof. Dr. Felizitas Sagebiel
Ausführende Stelle: Bergische Universität Wuppertal
Laufzeit: 1.4.2009 - 31.3.2012 

Kontakt

Prof. Dr. Felizitas Sagebiel
Bergische Universität Wuppertal
Gaußstr. 20
42119 Wuppertal
Tel. 0202 439-2165
sagebiel[at]uni-wuppertal.de

PD Dr. Uta von Winterfeld
Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH
Döppersberg 19
42103 Wuppertal
Tel. 0202 2492-176
uta.winterfeld[at]wupperinst.org

Das Projekt Spitzenfrauen wird gefördert von: